Die Allergiesaison hat spät aber stark begonnen

Erstellt am April 19, 2010

Dank des langen und harten Winters hat die Allergiesaison dieses Jahr spät begonnen. Patrik Stäbler von der Ipf- und Jagst-Zeitung /Aalener Nachichten hat Achim Berend hierzu inteviewt:

Berend: Der Frühling wird für Allergiker besonders heftig

Hier finden Sie den gesamten Interviewtext:

Der Ellwanger HNO-Arzt Achim Berend über den Beginn der
Pollenflugsaison

„Dieser Frühling wird für Allergiker besonders heftig“

ELLWANGEN – Der Frühling treibt die Menschen nicht nur ins Freie,
sondern etliche auch zur Verzweiflung. Denn mit den warmen Tagen
beginnt für fast zehn Millionen Deutsche die Zeit der Niesanfälle,
brennenden Augen und laufenden Nasen. Im Gespräch mit
Redaktionsmitglied Patrik Stäbler verrät der Ellwanger HNO-Arzt
Achim Berend, welche Pollen in der Region besonders oft Allergien
hervorrufen.

Der Winter war schneereich, frostig und hartnäckig wie lange nicht.
Bleiben Allergiker dafür im Frühling vom Heuschnupfen verschont?

Nein, im Gegenteil. Nach einem langen Winter droht Allergikern in
der Regel ein besonders heftiger Frühling.

Wieso das?

Weil die Bäume dann zwar relativ spät blühen, der Pollenflug dann
aber umso geballter einsetzt. Das gilt vor allem für die Birke, die
als nordischer Baum nach einer langen Kälteperiode besonders rasch
blüht, weil sie die kurze Vegetationszeit ausnutzen will. Und
unglücklicherweise ist die Allergie gegen Birkenpollen am weitesten
verbreitet.

Auch im Ellwanger Raum?

Ja, das zeigen die Beobachtungen in unserer Praxis. Bei den
Baumpollen ist die Allergie gegen Birke am häufigsten, danach folgen
Hasel und Erle – beides ebenfalls Frühblüher. Im Mai beginnt dann
die Zeit der Gräser, ehe im Sommer Kräutergewächse Probleme
bereiten, hier übrigens vor allem der Beifuß.

Wie gehen Sie vor, wenn ein Patient die typischen Symptome aufweist:
Niesreiz, laufende Nase, brennende Augen, Husten?

Am Beginn steht ein Gespräch mit dem Patienten über seine Krankheit.
Er soll berichten, wann und wo die Beschwerden auftreten.
Anschließend testen wir, auf welche Stoffe der Patient im Einzelnen
allergisch ist.

Wie geht das?

In der Regel mittels des so genannten Pricktest. Dabei werden
verschiedene Allergene auf die Haut getropft und diese danach leicht
eingestochen, sodass die Stoffe in die Oberhaut eindringen. Löst
eine bestimmte Substanz eine Rötung oder Quaddel aus, ist der
Patient darauf allergisch.

Was raten Sie Patienten mit Heuschnupfen?

Zunächst einmal gilt es, die Pollenbelastung zu vermeiden. Das heißt,
keine Spaziergänge durch Wald und Wiesen sowie beim Autofahren die
Fenster schließen und einen Pollenfilter in die Lüftung einbauen.
Auch sollte man nicht tagsüber, sondern morgens und abends lüften,
da zu dieser Zeit der Pollenflug schwächer ist. Und noch ein Tipp:
In Kleidung und Haaren sammeln sich Pollen; Allergiker sollten sie
deshalb häufiger waschen.

Und wenn das alles nicht reicht?

Dann gibt es natürlich zahlreiche Medikamente, welche die
Beschwerden lindern. Die Krankheit selbst bekämpfen sie jedoch
nicht, so dass der Königsweg ein anderer ist.

Und zwar?

Die sogenannte Hyposensibilisierung. Hierbei werden dem Patienten
kleine Dosen des Stoffes verabreicht, auf den er allergisch ist –
meist in Form einer Spritzen-, Tropfen- oder Tablettenkur. Mit der
Zeit gewöhnt sich der Körper daran, und die allergische Reaktion
wird schwächer. Diese Form der Behandlung ist in 80 bis 90 Prozent
der Fälle erfolgreich, jedoch sollte für sie ein Mindestzeitraum von
drei Jahren angesetzt werden.

Eine letzte Frage: Wenn ich bislang nie Probleme mit Heuschnupfen
hatte, bin ich dann auf der sicheren Seite?

Leider nicht. Allergien können jeden treffen – unabhängig vom Alter.
Sogar ein 70-Jähriger, der nie Probleme mit Pollen hatte, kann
plötzlich Heuschnupfen bekommen, dies ist allerdings selten.
Generell ist übrigens zu beobachten, dass die Zahl der Menschen mit
Allergie in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen hat.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Herrn Stäbler und der Ipf- und Jagst-Zeitung für die Mitarbeit bei der Patientenaufklärung bedanken.

Tags: , , ,

Kommentare sind geschlossen.


RSS Aktuelle Meldungen von der Seite www.hno-aerzte-im-netz.de

RSS Ärzteblatt

RSS Bundesministerium für Gesundheit

  • Sachbearbeiter/in für Referat Z 13 "Organisation" Sunday, 14 October, 2018
    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sucht für das Referat Z 13 am Dienstort Bonn oder Berlin eine(n) Sachbearbeiter/in. […]
  • Referent/in für Referat 226 "Vergütung ambulanter ärztlicher Leistungen" Sunday, 14 October, 2018
    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sucht für das Referat "Vergütung ambulanter ärztlicher Leistungen" eine Referentin bzw. einen Referenten. […]
  • Stellenangebote Sunday, 14 October, 2018
    Arbeiten im Bundesgesundheitsministerium: Aktuelle Stellenausschreibungen stellen wir Ihnen in unregelmäßigen Abständen hier zum Download zur Verfügung. […]
  • Termine der Hausleitung des BMG Thursday, 11 October, 2018
    Aktuelle Termine des Bundesgesundheitsministers, der StaatssekretärInnen, des Patientenbeauftragten, des Pflegebevollmächtigten und der Drogenbeauftragten […]